Rückblick: Künstliche Intelligenz im Marketing
von Marielle Müller
Neue Spielregeln für unsere KMU
Wie verändert KI die Suche? Werde ich morgen noch gefunden? Und wie begegnen lokale Unternehmen diesem Wandel? Über 60 interessierte Gewerbetreibende und Marketingverantwortliche trafen sich im Werkpark in Gais zu einem inspirierenden Netzwerk-Abend des Vereins Smartes Appenzellerland.
Dass KI im Marketing längst keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern das Tagesgeschäft radikal verändert, zeigte der grosse Andrang: Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung in den Werkpark. In lockerer Atmosphäre wurde rasch klar: Das Bewusstsein bei den Appenzeller KMU ist da – KI sorgt für eine grosse Transformation, und wer morgen noch auf dem Schirm seiner Kunden bleiben will, muss sich jetzt damit befassen.
Die neue Suchlandschaft: Relevanz ist die neue Währung
Den Auftakt machte Johanna Popp mit einem knackigen und auf den Punkt gebrachten Referat. Sie zeigte auf, wie sich das Suchverhalten von Kunden fundamental verändert und welche neuen Spielregeln Chatbots und KI-Suchmaschinen aufstellen.
Ihre Kernbotschaft für KMU: Marketingabteilungen müssen sich an die neue Situation anpassen. Einfaches SEO und Standard-Texte reichen morgen nicht mehr aus. Um in KI-generierten Antworten überhaupt noch stattzufinden, braucht es Relevanz, tiefgründige Inhalte und echte inhaltliche Erklärungen. Echter Mehrwert schlägt Austauschbarkeit.
Blick in die Praxis: Potenzial nutzen, Markenidentität schützen
Anschliessend gab Michael Koller (koller.team) einen ehrlichen Einblick in den Alltag einer Marketing-Agentur. Anhand anschaulicher Beispiele demonstrierte er, wo das gewaltige Potenzial von KI heute schon liegt – von der Kampagnengestaltung über das automatisierte Texten bis hin zu Voice- und Video-Anwendungen.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Agenturpraxis:
- Kleine Projekte, neuer Fokus: Kundenprojekte werden tendenziell kleiner und effizienter, verlangen aber mehr denn je nach dem professionellen „Finish“ durch Experten. Ohne den menschlichen Feinschliff droht austauschbarer KI-Einheitsbrei, der der eigenen Marke mehr schadet als nützt.
- Rechtliche Fallstricke beachten: Ein zentraler Warnhinweis betraf das Thema Urheberrecht und Markenschutz. Rein KI-generierte Inhalte und Logos lassen sich rechtlich nicht schützen und können nicht als Marke eingetragen werden. Hier ist Vorsicht geboten!
Podiumsdiskussion & Praxis-Check mit der Säntis-Schwebebahn
Unter der galanten Moderation von Christof Chapuis (Präsident Gewerbe AR) ging es anschliessend in die Podiumsdiskussion. Neben den beiden Referenten bereicherte Jakob Gülünay (Säntis-Schwebebahn AG) die Runde mit wertvollen Praxiserfahrungen aus einem der bekanntesten Unternehmen der Region.
Im Gespräch spürte man die fundierte Praxiserfahrung der drei Protagonisten: Es wurde anschaulich diskutiert, wie KMU die Balance zwischen Effizienzgewinn und Authentizität halten können. Zum Abschluss nutzte auch das Publikum die Chance, seine brennenden Fragen direkt an die Expert:innen zu richten.
Gemütlicher Ausklang beim regionalen Apéro
Nach dem offiziellen Teil ging der Austausch in den informellen Netzwerk-Teil über. Bei wunderbaren Spezialitäten von heimischen Lieferanten wurde angeregt weiterdiskutiert, gegenseitig Tipps ausgetauscht und Kontakte geknüpft.
Ein herzliches Dankeschön! Der Verein Smartes Appenzellerland bedankt sich ganz herzlich bei Johanna Popp, Michael Koller und Jakob Gülünay für die wertvollen Impulse und die spannende Diskussion sowie bei allen Gästen für das grosse Interesse und das aktive Mitwirken!